Empfängnisverhütung
- allgemeine Informationen
Zu den Verhütungsmethoden Ein wenig Geschichte zur Empfängnisverhütung: Schon im Alten Ägypten waren einfache Verhütungsmethoden bekannt. Mixturen aus z.B. Krokodilkot, Harz, Samenschoten, Bienenwachs, Akazienblättern und Baumwollfäden wurden zu einer Kugel geformt und in die Vagina eingeführt. Die
Antike empfahl eher mechanische Methoden wie den Koitus Interruptus
(Rückzieher vor dem Höhepunkt) oder den Koitus Obstructus
(Abklemmen der Peniswurzel mit der Hand). Im Mittelalter vermischte
sich Aberglaube mit altbekannten Praktiken. Mit der Entwicklung des Gummis im 19.Jahrhundert kamen erstmals Hütchen, Diaphragmen, und Gummikappen für Frauen zum Einsatz und das Kondom zu seiner jetzigen Beschaffenheit. Abenteuerliche Experimente mit Ringen, Ösen und Widerhaken ergaben schließlich die Kupferspirale, eine der bis heute am häufigsten und sichersten Verhütungsmethoden. Die erfolgreichste Erfindung auf dem Gebiet der Empfängnisverhütung in unserem Jahrhundert war die Pille. Sie verhalf vielen Frauen zu einer bisher nicht gekannten Freiheit. Im Zuge der sexuellen Revolution der späten 60er Jahre schossen zudem Familienplanungsinstitute aus dem Boden. Viele mußten aber auch erst lernen, dieses Beratungsangebot zu nutzen. Heute
gibt es neben chemischen, natürlichen und mechanischen Verhütungsmitteln
auch sogenannte Verhütungscomputer. Diese zeigen der Frau ihre
fruchtbaren Tage an und geben grünes Licht, wenn keine Gefahr für
eine Schwangerschaft besteht. Die Verhütungscomputer ersetzen jedoch
nicht das herkömmliche Kondom und schützen somit nicht vor
Aids. Ein
verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität ist sicherlich nur möglich,
wenn der Mensch über den Aufbau und die Funktionen seines Körpers
und im speziellen seiner inneren und äußeren Geschlechtsorgane
informiert ist. Die folgenden (kurzen) Ausführungen sind sowohl
für Erwachsene gedacht, die sicherlich das eine oder andere noch
dazulernen können wie auch für Jugendliche, die oft noch über
wenig detaillierte Kenntnisse verfügen.
Graphische Darstellung der Geschlechtsorgane der Frau Wie die Abbildung zeigt, bestehen die äußeren Geschlechtsorgane der Frau aus den äußeren und den inneren Schamlippen (= Labien), dem Kitzler (= Klitoris) als sehr nervenreichem und berührungsempfindlichem Organ, der Urethraöffnung (= Harnröhre) sowie dem Introitus, der äußeren Öffnung der Scheide. Es sei erwähnt, daß die gesamten äußeren Geschlechtsorgane bei sexueller Reizung stark durchblutet werden und sich teilweise über Schwellkörper vergrößern können. Außerdem wird die Sekretion, also die Erzeugung von Flüssigkeit, stimuliert. Die Scheide selber besitzt eine Länge von ca. 6 cm bis 12 cm und endet an dem Gebärmutterhals, der Teil der Gebärmutter (= Uterus) ist und in den Gebärmutterkörper (Corpus) übergeht. Die Gebärmutter besitzt zur Scheide hin eine Öffnung, den Gebärmuttermund, der im Normalzustand durch die aufeinanderliegenden Hautpartien (Gebärmuttermund= Portio) praktisch verschlossen ist. Verbunden mit dem Uterus sind die beiden ca. 10-20 cm langen Eileiter, die sich auf der linken und rechten Seite des Beckens befinden. Oberhalb der beiden Eileiter liegen die beiden Eierstöcke (= Ovarien). Die Eileiter sind mit den Ovarien nicht verwachsen oder verbunden, sondern schwingen um sie herum und können sie vor dem Eisprung praktisch wie ein Trichter umfassen. In den Ovarien befinden sich ca. 1 Million Eizellen, die von Geburt an angelegt sind. Bis zu den Wechseljahren (der sogenannten Menopause), reift einmal im Monat zufällig verteilt in jeweils einem der beiden Ovarien ein Ei heran. Bei dem einmal monatlich stattfindenden Eisprung wird dieses Ei mittels eines kleinen platzenden Bläschens regelrecht weggeschleudert und gelangt in den entsprechenden Eileiter, der sich, hormonell gesteuert, über den Eierstock gelegt hat. In
"Erwartung" einer Befruchtung hat sich in dieser Zeit in dem
Uterus eine verstärkte, gut durchblutete und mit Nährstoffen
versehende Schleimhaut gebildet. Das "gesprungene" Ei wandert,
falls keine Befruchtung stattgefunden hat, durch den Eileiter in den
Uterus, wo es mit der Schleimhaut abgebaut und ausgeschieden wird. Diese
Abstoßung und Ausscheidung der Uterus-Schleimhaut hat die monatliche
Regelblutung zur Folge und dauert zwischen 3-6 Tagen. Dieser regelmäßig
ablaufende Prozeß kann durch eine ganze Reihe von Faktoren wie Streß,
Diät, Krankheiten, Klimawechsel, z.B. bei Berufs- oder Ferienreisen
sowie anderen Veränderungen der Lebensgewohnheiten, verändert
werden.
Graphische Darstellung der Geschlechtsorgane des Mannes In dem außerhalb des Körpers gelegenen Hodensack befinden sich die beiden Hoden sowie die beiden Nebenhoden. In
den beiden Hoden wird der männliche Samen gebildet und von dort
in die beiden Nebenhoden transportiert. Von dort gelangt der Samen,
wie in der Abbildung ersichtlich, durch die Prostata, wo er mit die
Beweglichkeit vergrößernder Flüssigkeit angereichert wird.
In der Prostata vereinigen sich Harnröhre (Urethra) und Samenleiter
und führen über den Penis ins Körperäußere. Der
Ausstoß des Samens geschieht in der Regel als Folge sexueller Erregung
beim Orgasmus und selten unwillkürlich nachts im Schlaf. Bei einem
Samenerguß werden ca. 3-5 Milliliter Flüssigkeit ausgeschieden. Das
im Eileiter befruchtete Ei wandert nach ca. 6 Tagen in den Uterus, um
sich dort zu einem fertigen Menschen zu entwickeln. Diesen Prozeß bezeichnet
man als Einnistung (= Nidation). Es ist wichtig zu wissen, daß
von 100 befruchteten Eiern höchstens 60 zu einer Schwangerschaft
führen. Auch nach der Einnistung gibt es noch relativ viele, von
der Frau meist unbemerkte, spontane Abgänge (= Abort). |